Wirtschaftswachstum

Obwohl die Notwendigkeit 3. Startbahn seitens der FMG immer auch mit vermehrtem Bedarf der bayerischen Exportwirtschaft begründet wird, gibt es hier keinen Zusammenhang.

So steigt seit 5 Jahren das Exportvolumen der bayerischen Wirtschaft von Rekord zu Rekord (2014: 169 Mrd. €), während die Luftfracht nahezu gleich blieb.

Der Bedarf an Luftfracht beträgt am Münchner Flughafen 300.000 Tonnen; das sind lediglich 7% der gesamten deutschen Luftfracht.

Auch haben die Flubewegungen keinen Zusammenhang mit der Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region.

Von 2010-2014 entstanden allein im Wirtschaftsraum München 145.527 neue Arbeitsplätze (Münchner Jahreswirtschaftsbericht 2015).

Jedoch gingen die jährlichen Flugbewegungen in diesem Zeitraum von 390.000 auf 377.000 zurück.

Die Prosperität einer Region wird nicht durch die Nähe zu einem Flughafen bestimmt. Es gibt Regionen in der Nähe eines internationalen Flughafens, die wirtschaftlich erfolglos sind, und solche, die erfolgreich sind.

Und ebenso gibt es Regionen weit entfernt von einem Flughafen mit und ohne wirtschaftlichen Erfolg.

Übrigens hatte der Bezirk Freising/Erding bereits vor der Flughafenansiedelung eine ausgezeichnete Arbeitsplatzsituation mit nahezu Vollbeschäftigung.

Flughafenregion

Angesichts der niedrigen Arbeitslosenquote in den Landkreisen Freising und Erding könnte der Bedarf an neuen Arbeitskräften am Flughafen nur dadurch gedeckt werden, dass weitere Arbeitsuchende in die Region ziehen. Im Landkreis Freising waren 1993 etwa 137.100 Menschen gemeldet,2010 waren es bereits 166.400 Menschen. Das ist ein Zuwachs von 29.287 Menschen, ein Plus von 21 Prozentin nur 18 Jahren. Bis 2030 wird die Zahl der Einwohner wahrscheinlich sogar auf 180.400 zunehmen. Ähnliche Prognosen gibt es auch für die anderen Landkreise der Region und für die Landeshauptstadt.

Ein weiterer Zuzug würde die Region stark belasten. Der Wohnungsmarkt in Freising ist stark angespannt, die Wohnungsnot ist ähnlich hoch wie in München.
Schon ohne die dritte Startbahn ist es laut Freisings ehemaligem Oberbürgermeister Dieter Thalhammer schon schwierig, hier nachhaltige und sozialverträgliche Lösungen für alle zu finden. Auch der amtierende Bürgermeister Tobias Eschenbacher gibt zu bedenken, der ständige Zuzug belaste die Region. Die dritte Startbahn würde dieses Problem nur verschärfen.

Was sind Umsteiger?

Im Sinne der Flughafenstatistik werden Einsteiger, Aussteiger und Transitpassagiere als Fluggäste zusammengefasst. Dabei werden als Einsteiger solche Passagiere bezeichnet, die am betrachteten Flughafen ihren Hin- oder Rückflug beginnen (Originäreinsteiger) oder als Umsteiger ihre Flugreise fortsetzen. Dementsprechend sind Aussteiger solche Passagiere, die am betrachteten Flughafen ihren Hin- oder Rückflug beenden oder als Umsteiger zur Fortsetzung ihrer Flugreise auf ein anderes Flugzeug wechseln. Im Unterschied zu den Umsteigern sind Transitpassagiere Fluggäste, die ihre Flugreise nach einer Zwischenlandung mit demselben Flugzeug und in der Regel unter gleich bleibender Flugnummer fortsetzen. Die Art der Zählweise hat zur Folge, dass Transitpassagiere nur einmal, Umsteiger hingegen doppelt gezählt werden

Quelle: DLR

Wem nützen Umsteiger?

In erster Linie dem Flughafenbetreiber, also hier der FMG. In jedem Ticketpreis sind auch die Lande- und Startgebühren eingeschlossen, die der Flughafen für seine Dienste verlangt. Je mehr Passagiere den Flughafen nutzen, desto mehr Einnahmen hat der Flughafen.

Neben diesem Aviation-Geschäft verdient der Flughafen auch noch am sog. Non Aviation-Geschäft. Viele Passagiere wollen am Flughafen etwas einkaufen (Kleidung, Tabak etc.) oder sich verpflegen (Gastronomie). Der Non Aviation-Anteil beträgt am Flughafen München etwa 50 %. Der Wert, den ein Passagier am Flughafen München lässt, beträgt 5 -10 Euro.

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